Leben und leben lassen

 

Wenn Nachbarschaft befremdlich wird und sich Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft leider doch nicht immer auszahlen, wie man an diesem Beispiel sieht:

Leider muss ich in diesem Artikel über einige unschöne Wahrheiten schreiben, aber auch das muss erzählt werden, im Sinne unserer Kinder und der Tiere, die keine eigene Stimme haben, um sich schützen zu können.

Wenn Nachbarn ihr schmutziges Putzwasser mit Reinigungsmitteln auf die Gemeinschaftsanlage gießen… wenn Blau- und Schneckenkorn vor den Gärten gestreut wird, wohlwissend, dass damit Tiere getötet werden… und ich spreche hier nicht nur von Schnecken oder Ungeziefer…

 

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Ich bin zutiefst betroffen, dass nicht darüber nachgedacht wird, dass auch Vögel und Igel von solch einer Handlung betroffen sind und dass Kleinkinder sich diese kleinen blauen Kügelchen beim Spielen in den Mund stecken könnten oder Hunde es fressen und dabei innerhalb von kürzester Zeit an einer Vergiftung daran sterben könnten. Zudem ist das Streuen von den hier genannten Mitteln laut zuständiger Behörden außerhalb des eigenen Gartens verboten und kann strafrechtlich verfolgt werden.

Als ich von Hamburg nach Augsburg gezogen bin, hatte ich meine bunt bemalten Lieblingsfiguren aus Porzellan aus meinem Geschäft als Erinnerung mitgenommen. Viele Mütter und Kinder aus der Umgebung hatten sich darüber gefreut und diese anmutig betrachtet, wenn ich mit meiner Hündin Paula draußen vor meinem Garten auf der Gemeinschaftswiese neben dem großen Buchsbaum, der ebenfalls dort steht, saß. Eines Tages legte mir ein empörter Nachbar mit erhobener Stimme nahe, die Figuren entfernen zu müssen, was er dann auch postwendend selbst getan hat. Der riesige Buchsbaum musste nicht entfernt werden, dazu hatte keiner etwas gesagt. Ich verstand die Welt nicht mehr und vor allem, warum gefühlt immer nur ich direkt kritisiert werde. Hier wird mit unterschiedlichem Maß gemessen.

Ich gehe immer mit offenen Augen durch die Anlage, sammle hier und da Müll in jeglicher Form auf (auch wenn die Raben diese aus den Müllkörben gezerrt haben auf der Suche nach Essen), selbst die Bierdeckel (diese können Hundepfoten verletzen) und hinterlasse meinen Platz von Haus aus ordentlich, wenn ich mich z. B. im Sommer vor meinen Garten setze. Ich finde es schade, wenn jeder nur an sich denkt und nicht zum Wohle der Gemeinschaft handelt, so sollte es nicht sein. Scharfe Gegenstände auf der Straße in Form von offenen Dosen oder ähnlich können große Schäden an Autos anrichten und ebenfalls zur Gefahr werden.

Wenn größere Kinder hier mit Bällen an die Hauswand spielen, dann wird es weitestgehend so toleriert, aber wenn ich mit dem kleineren Nachbarsbub einmal ein paar Male vor meinem Garten den Ball hin und her kicke, dann wird mir vorgeworfen: „Das sei hier doch kein Bolzplatz!“ Auch oder gerade eben kleine Kinder wollen Ball spielen.

Unsere Anlage ist für JEDERMANN frei öffentlich zugänglich. Dort gibt es auch Herren, die am Abend vorbeilaufen und in den Busch urinieren und welche, die trinkend und rauchend auf der Kinderschaukel sitzen, usw. Dazu sagt keiner etwas, schon gar nicht direkt. Aber wenn die Kinder aus der Umgebung kommen und meinen Namen rufen, weil sie mich besuchen wollen, dann werde ich sofort von den unmittelbaren Nachbarn kritisiert und gemaßregelt.

Warum dürfen Kinder hier keine eigene Lobby haben, kein Rad auf dem Rasen drehen, nicht mit dem Fahrrad umherfahren, während jedoch die Erwachsenen bis Mitternacht auf ihren Balkonen oder in ihren Gärten sitzen und sich angeregt unterhalten?

Warum bedenken wir nicht, dass wir doch alle einmal Kinder waren, die einfach nur draußen spielen und die Welt erkunden wollten? (ich selbst hatte als Kind 7 Geschwister, da war immer Einiges geboten, daran kann ich mich noch gut erinnern :-)) Wollen wir denn wirklich in einer Welt leben, die wie ausgestorben ist, weil Verbote vorherrschen? Wollen wir uns denn noch selbst den Mund verbieten??

Selbst wenn ich einfach nur mit Paula vor meinem Garten sitze und in Ruhe ein Buch lese während sie auf ihrer Decke liegt, höre ich von Dritten, wie Personen sich dabei von mir in ihrer Privatsphäre gestört fühlen. Und das, obwohl ich immer für alle da bin, Pakete annehme und vieles mehr. Mir ist auch bedauerlicherweise aufgefallen, dass einige Menschen, die mir draußen über den Weg laufen immer auf den Boden oder auf ihr Handy sehen und so tun, als hätten sie mich nicht gesehen, bevor sie mich grüßen. Ich bin es wiederum so gewöhnt, dass ich meine Mitmenschen freundlich grüße oder anderen die Türe aufhalte, wenn diese mir an der Eingangstüre entgegen kommen. So wurde ich erzogen. Zudem geht die Türe schwer auf und ich wäre ebenfalls froh, wenn mir jemand zuvorkäme (was leider selten der Fall ist). Es fällt mir persönlich einfach schwer, das alles nachzuvollziehen, da ich durch mein höfliches und empathisches Wesen gerne mit anderen in Kontakt komme und mir auch ihre Themen und Nöte anhöre und helfe, wo es nur geht.

Selbstverständlich sind hier nicht alle Menschen so. Es gibt auch viele sehr liebenswerte Menschen hier in der Nachbarschaft, vor allem diejenigen mit Kindern oder Hunden, aber natürlich auch andere. Ich möchte, dass wir in einem guten Miteinander leben und uns gegenseitig unterstützen sollten, vor allem in einer gemeinsamen Wohnanlage.

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